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Anzahl Nachrichten: 4 - Seiten (1): [1]
Autor: Rene aus dem Taunus
Erstellt: Mär 09 2010 - 03:27
Betreff: Modernes Wundmanagement und akute Wunden
Hallo liebe Kollegen!

Wie steht ihr zu dem Thema "Modernes Wundmanagement bei akuten Wunden.
Gestern so in einer stillen Minute dachte ich über die Versorgung von akuten Wunden (nicht gemeint Verbrennungswunden) wie z.B. Schürfwunden, Stoßverletzungen, halt alltägliche Defekte beim gesunden Menschen nach.
Ich habe schon am Rande erlebt wie solche Wunden bei jungen Menschen mit PU-Schäumen, Folien, Hydrofasern Alginaten versorgt wurden( Ärzte) und auch was daraus geworden ist (bei einigen jedenfalls).
Ich finde eine akute Wunde sollte nur stark begrenzt mit Modernen Wundauflagen erfolgen. Mal ein Alginat bis zum nächsten Verbandswechsel ok. Aber ständig eine feuchte Wundversorgung bei akuten Verletzungen halte ich für nicht gut da sie die Wundhilung nur verzögert (meine Erfahrung). Die Wunde bildet keinen eigenen Schorf, kommt so nie zur Ruhe um sich zu regenerieren und wird künstlich feucht gehalten. Bei Verbrennungen ist es eine andere Sache keine Frage.
Wenn ich eine Schürfwunde oder der gleichen hatte. Hat sich innerhalb kurzer Zeit ein Schorffilm darüber gelegt und der Körper fing von ganz alleine an die Wunde zu verschließen. Der Schorf viel dann ab und fertig.
Heut zu Tage finde ich kommt es immer häufiger vor das ein Arzt sowie eine Pflegekraft (nicht alle Ärzte und Pflegekräfte) schnell zu Verbänden greifen die eigentlich für chronisch schlecht heilende Wunden gedacht waren.

Schreibt mir doch einfach mal eure Erfahrungen auf. Vielleicht ist es ja doch eine gute Idee akute Wunden so zu versorgen. Ich lasse mich gerne Überzeugen.

Freu mich auf eure Antworten, Gedanken und Erfahrungen.
Autor: P.Meister
Erstellt: Mär 16 2010 - 01:59
Betreff: re: Modernes Wundmanagement und akute Wunden
Hallo Rene,
ich denke es kommt auf die Wunde selbst an. Wie wo was eingesetzt wird,als Wundauflage bei akuten Wunden, entscheidet die Wunde bei der Ansicht. So handhabe ich es. Auch in Selbststudien und - versuchen habe ich bei mir moderne Wundauflagen bei akuten Wunden eingesetzt und bin zu einem 50/50 Ergebnis gekommen. Deshalb muss dies individuell und je nach Wunde abgeschätzt werden. Auch in meinem Patientenalltag ist das echt unterschiedlich ausgegangen.

www.moderne-wundversorgung.net
Autor: Heike
Erstellt: Mär 31 2010 - 09:37
Betreff: re: Modernes Wundmanagement und akute Wunden
Es leuchtet mir ehrlich gesagt nicht ein, warum akute Wunden nicht feucht behandelt werden sollen. Hr. Dr. Winter hat 1962 anhand von akuten Wunden, die er Schweinen zugefügt hat, bewiesen, dass Wunden unter "feucht-warmer Occlussion" besser, schneller u. schmerzfreier heilen als unter trockener Wundbehandlung. Darauf basiert meines Wissens unser vollständiges Wissen über die Moderne feuchte Wundbehandlung.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich sowohl bei mir selbst als auch bei meinen 3 Söhnen schon sehr viele Schürfwunden u. auch Verbrennungen mit Hydrokolloiden oder feinen Schaumverbänden behandelt habe u. die Heilung darunter immer schneller u. schmerzfreier erfolgte u. vor allen Dingen weniger Narben zurück lies. Hab in meiner Anfangszeit als Wundtherapeutin (vor 10 Jahren) sehr viel damit herumexperimentiert, einer meiner Söhne weigerte sich grundsätzlich, sich mit irgendwelchen Pflastern versorgen zu lassen, natürlich hat sich Schorf gebildet u. alles heilte ebenfalls, allerdings hat es oft länger gedauert als beim anderen Sohn, der sich mit Hydrokolloiden oder Folien o.ä. verbinden ließ. Vor allen Dingen konnte dieser damit auch immer problemlos duschen, die Hose über dem verletzten Knie tat nicht weh usw.
Für mich ist also die feuchte Wundbehandlung immer die bessere Wahl.
Viele Grüße
Heike
Autor: mk
Erstellt: Apr 07 2010 - 10:31
Betreff: re: Modernes Wundmanagement und akute Wunden
Guten Morgen liebe Kollegen,

die Versorgung von Wunden nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft differenziert in der Anwendung moderner Wundauflagen nicht zwischen einer akuten und einer chronischen Wunde, sondern nach primärer und sekundärer Wundheilung.

So sind konservative, trockene Wundverbände heute nur noch anzuwenden, zum Schutz der primär heilenden Wunde und bei provisorischen Verbänden im Rahmen der Ersten Hilfe.

Sekundär heilende Wunden sind definiert dadurch, das die Wundränder nicht adaptiert sind. Das trifft auf diese Wunden zu. Somit haben auch akute, sekundär heilende Wunden ein "Recht" auf moderne Wundauflagen. Das häufigste Problem, das ich bei den oberflächlichen, akuten Wunden festgestellt habe, war, das die Einschätzung der mit der Reinigungsphase einhergehenden Exsudation schwierig war. Diese fiel teils unerwartet "heftig" aus, sodas ich vor dem Problem der Mazeration etc. stand. Weiterhin kam es vor, das die gewählte Wundauflage der Exsudation nicht gewachsen war. So habe ich mir das folgende Schema zurechtgelegt: Als erste Wundauflage kommt meist ein Schaumverband zum Einsatz, den ich mindestens 3 Tage ( also der Zeit der Reinigungsphase )auf der Wunde belasse. "Egal was passiert" = Wundruhe. Dann kann man meist auf eine andere Wundauflage wechseln, die einer geringeren Exsudation gewachsen scheint oder sogar anders die Wunde von sich aus feucht hält. Erfahrungsgemäß nehme ich hier eine HydroGel Kompresse.

Gerade die oberflächlichen Wunden sind häufig sehr schmerzhaft, weil die freien Nervenenden hier freiliegen. Meine Patienten haben nur positiv auf die modernen Wundauflagen reagiert. Teils habe ich zur Überzeugungsarbeit ein kleineres Areal, oder wenn zwei Wunden ( bspw. beide Knie) vorhanden waren eine konservativ und eine modern versorgt, um die Vorteile dazustellen. Immer mit dem Ergebnis, das modern schneller und besser heilte (Narbenbildung etc.).

Alles in allem ist es immer eine Vorort - Blick - Entscheidung, jedoch nur zur Auswahl der geeigneten Wundauflage und nicht zur Frage Konservativ oder Modern. So meine Meinung.

MfG Manfred Kunkel

www.wunde-kunkel.de
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